Zwanzigzwanzig

Die ersten Kalenderblätter des neuen Jahres fristen bereits ihr Dasein in einem der vielen Altpapiertonnen. Und die Tage, die ihnen gewidmet waren, verstrichen so schnell, dass ich es kaum glauben mag. Es dauert nicht mehr lange und selbst…

Das Ende vom Jahr.

Die alte Kaffeemaschine machte seltsame Geräusche. Es klang fast, als hätte sie ihre besten Tage hinter sich. Und irgendwie sah sie genauso aus. Doch sie erfüllte ihren Zweck und der Kaffee, den sie produzierte, schmeckte noch immer.…

Mut

Das Feuer im Kamin war nicht mehr, als ein letztes Auflodern glühender, längst vergangener Holzscheite. Ich stand am Fenster. In der Küche war es dunkel. Draußen war es nicht anders. Das letzte Licht des Tages verschwand langsam über…

Mehr so Landstreicher

Die Schachtel Gauloises lag auf dem Tisch. Einem alten Holztisch, dessen Kerben mehrere Geschichten erzählen konnten. Er griff nach ihr, während er mich still musterte. Die schweren ungeputzten Stiefel. Die Jeans, mit dem riesigen Loch…

Vom Mut und vom Aufbruch

Eine dünne Stange ragt zur Decke des Raumes. Sie grenzt sich deutlich von der weißen Wand im Hintergrund ab. An ihrem Ende hängt ein Kunststoffbeutel. Ein Beutel, in dem sich eine Infusion befindet. Über ein Ventil tropft, Tropfen für…

Metamorphose

Etwas Kaltes, Feuchtes, reißt mich aus dem Halbschlaf, der mich die ganze Nacht gequält hat. Die Nase meines Hundes. Das erste Licht des Morgens scheint weit entfernt. Ein Blick auf die Uhr bestätigt meine Annahme. Wahrscheinlich geht…

5 Jahre

Wenn ich an meine Zeit bei der Bank zurückdenke, dann fällt mir ganz oft ein Gespräch ein, dass mich irgendwie doch maßgeblich geprägt hat. Ich weiß nicht mehr, welche Jahreszeit sich vor den Fenstern abgespielt hat, ob es am Vormittag…

Über das Fehlen von Weite

Manchmal treffe ich mich mit netten Menschen in kleinen Cafés, schaue neue Filme in großen Kinos und beiße in den besten Döner, den es an der Ecke zu kaufen gibt. Doch irgendwann ist es einfach das Fehlen von Weite, das mir die Luft aus den Lungen zieht. Dann brauche ich wieder die Stille, die Einsamkeit und das Fehlen von Menschen.

Manchmal träume ich...

Manchmal träume ich von einem alten Hof. Irgendwo in der Einsamkeit. Mit wilden Gräsern ums Haus und Bienen, die von Blüte zu Blüte fliegen. Manchmal wünsche ich mir einen kleinen Stall, in dem nachts Hühner schlafen und einen Hahn,…