Für wen lebst Du? Hast Du Dich das schon einmal gefragt? Also ernsthaft? Lebst Du für die Nachbarsfrau, die Deinen Garten vielleicht gerade nicht so ansprechend findet? Lebst Du für Deinen Chef, der denkt, dass Deine Klamotten nicht wirklich zum Unternehmen passen? Lebst Du für die Menschen, die sich über Dich eine Meinung bilden, ohne Dich zu kennen? Oder lebst Du voll und ganz für Dich und die Menschen, die Dich lieben, genauso wie Du bist?

„Für wen lebst Du eigentlich?“ Diese Frage stellte eine Freundin von einiger Zeit in den Raum. Und ohne eine Antwort zu geben, speicherte ich diese Frage tief in mir drin ab. Ich legte sie an einen Ort, zu dem ich immer schnell Zugang habe. Wo ich sie sofort finden kann. „Für wen lebst Du eigentlich?“ Diese Frage ist wirklich wichtig und ich möchte sie mir immer wieder stellen, denn die Antwort auf diese Frage ist die Entscheidung für so viele Fragen. Und wenn Du Dir selbst diese Frage stellst, solltest Du wissen, dass diese Frage einen Nebensatz hat, der ganz stark mit der Antwort verbunden ist. Du wirst sterben.

Der eigene Tod. Eine Sache, über die man nicht gerade gerne nachdenkt. Meistens verdrängt man diese Tatsache. Die Tatsache, dass mit dem Zeitpunkt der Geburt der Tod eine feste Größe im Leben einnimmt. Eine Größe, die man nicht verändern kann. Mit dem Zeitpunkt der Geburt steht fest, dass man stirbt. Nur der Zeitpunkt, der ist ungewiss. Vielleicht stirbt man mit 95. Vielleicht schläft man friedlich ein. Es kann aber auch sein, dass Du diese Woche nicht überlebst. Diesen Tag. Die nächsten Stunden. Wer weiß das schon? Ich? Nee. Ich habe keine Ahnung. Aber ich bin mir dessen stets bewusst.

Natürlich macht einem das Angst. Und diese Angst kann einen verrückt machen. Wenn man zu viel über die Sache selbst nachdenkt. Über das Sterben. Aber dieser Teil des Lebens ist – davon gehe ich jedenfalls aus – nur ein kleiner Augenblick. Was danach kommt, weiß ich nicht. Darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Aber ich mache mir darüber Gedanken, was zwischen Geburt und Tod stattfinden sollte: Das Leben.

Das Leben ist zu kurz für irgendwann…

Wenn Du damit beginnen möchtest, endlich JA zu Dir selbst zu sagen, dann solltest Du am besten jetzt damit beginnen. Du solltest Dich ab jetzt mit den Dingen und Menschen beschäftigen, die Dir am Herzen liegen.

Das Herz. Wenn Du mich fragst, ist es das wichtigste Instrument, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Denn wenn Du damit beginnst, zu Dir selbst “Ja” zu sagen und anfängst Deinem Herzen zu folgen, wird es Dich für immer daran erinnern, dass irgendetwas fehlt. Du merkst es einfach, wenn etwas nicht richtig läuft. Selbst dann, wenn Dein Verstand Dir vielleicht etwas anderes erzählen möchte. Der Verstand – ist eh so eine Sache. Der Verstand ist darauf konditioniert, Dir zu sagen, was das Richtige für Dich ist.

Was Richtig erscheint ist aber nicht gleichzeitig das Beste. Ein Beispiel. Ich habe sechs Jahre lang in einer Bank gearbeitet. Marketing. Werbung. Direkt mit dem Vorstand zusammen. Das Geld kam immer pünktlich. Die Arbeitszeiten waren perfekt festgelegt. Das Umfeld war erstklassig. Tolle Kollegen. Tolles Klima. Erstklassiger Vorstand. Manchmal gab es natürlich Knackpunkte. Und nicht immer war man einer Meinung. Aber das ist schon in Ordnung. Es war für mich der richtige Job. Aber eben nicht der Beste.

Viele Wege führen zum Glück.

Viele Wege führen zum Glück. Und einer davon ist, damit aufzuhören, sich gegen sein Herz zu wehren. Unser Herz ist unsere innere Stimme. Unsere Stimme, die uns zuflüstert, was wir tun sollen. Oft ignorieren wir diese Stimme, doch langfristig können wir das nicht machen, ohne einen Schaden davon zu tragen. Schaden? Ja. Wenn alles gut läuft, im besten Fall also, werden wir nur traurig. Im schlimmsten Fall ernsthaft krank.

Kennst Du die Menschen, in denen alles in festen Bahnen läuft? Toller Job. Tolles Haus. Geiles Auto. Diese Menschen, bei denen alles perfekt zu sein scheint? Und kennst Du es, wenn diese Menschen trotzdem nicht gut drauf sind? Wenn sie trotzdem leer und traurig wirken? Diese Menschen hören nicht auf ihr Herz. Sie sind Kopfmenschen, die nur das machen, was ihnen ihr Verstand sagt. Die innere Stimme ist lautlos gestellt.

Und weil sie ihre Stimme nicht hören, müssen sie ihre Energie in andere Dinge investieren um eine Ersatzbefriedigung zu bekommen. Neues Auto. Neues Smartphone. Markenklamotten. Markenschuhe. Sie glauben, dass ihnen diese materiellen Dinge Ansehen, Glück und Zufriedenheit bescheren. Aber ganz ehrlich? Das ist Schwachsinn.

Mehr Geld, mehr Besitz – das kann niemals die Lücke füllen, die ein belangloses Dasein in ein Leben reißt. Vielleicht verschaffen diese Dinge eine kurzfriste Linderung der Symptome. Aber eine Heilung? Nein. Auf keinen Fall.

Am Ende bleibt die Reue.

Was also passiert, wenn wir unsere innere Stimme ignorieren? Wenn wir nicht auf unser Herz hören? Wenn wir nicht „Ja“ zu uns sagen und damit beginnen, was wir wirklich wollen? Was passiert, wenn wir uns nicht den Ersatzbefriedigungen wie z.B. Alkohol, Konsum oder sonst etwas hingeben? Am Ende, da bleibt nur die Reue. Wir bereuen die Dinge, die wir nicht getan haben. Weil wir Angst hatten. Weil wir uns nicht sicher waren. Weil unser Verstand uns gesagt hat, dass es vielleicht doch keine so gute Idee ist. Wir bereuen, dass wir nicht mutiger waren und uns unsere Träume erfüllt haben.

Es kommt der Tag, an dem wir nicht mehr nach vorne schauen können, sondern nur zurück. Weil die Zeit einfach vorbei ist. Weil das Leben gelebt ist. An dem wir merken, dass die Vergangenheit die größere Lebensspanne ist. Und an diesem Tag zählt einzig das, was wir gemacht haben. Das was wir geplant, gewünscht oder gewollt hätten, ist dann vollkommen egal. Und dann sitzen wir auf unserem alten Lehnstuhl, blicken zurück und fragen uns: Für wen habe ich eigentlich gelebt?

Wenn Du auf ein Zeichen wartest – Hier ist es!

Das Leben ist zu kurz für irgendwann. Das Leben, Dein Leben, findet jetzt statt. Jetzt. In diesem Augenblick. In dieser Sekunde. Jetzt. Da Du diese Zeilen liest. Und wenn Du mich fragst, ist genau jetzt der beste Augenblick. Einen anderen hast Du nicht. Wenn Du also Träume, Wünsche und Ideen hast, fange jetzt damit an, sie umzusetzen. Jetzt.

Nein. Es gibt kein Aber. Kein Vielleicht. Kein Wenn. Denn wenn Du damit beginnst, auf Dein Herz zu hören und damit beginnst, das zu tun, was Du wirklich willst, dann gibt es immer einen Weg. Und Du wirst ihn finden. Vielleicht ist es nicht leicht. Vielleicht ist es schwierig. Aber genau da beginnt das Leben. Wie sagte Rio einst so schön? „Uns trennt nur die Angst von dem besten Leben“, oder so ähnlich.

Und Angst ist der beste Grund um Mut zu beweisen. Und mit Mut beginnen immer die schönsten Geschichten.

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