Nebel über den Weiten des Moores. Getragen von einer Stille, die eine Ahnung vom Frieden haben könnte. Und um diesen zu wahren, schließe ich die Tür meines Wagens mit aller Vorsicht. Selbst das Klicken der Zentralverriegelung erscheint mir schon zu laut. Nichts liegt mir ferner, als diese Stille zu stören, die mir selbst die Ruhe bringt, die ich mir von diesem Ort erhoffe. Schritt für Schritt lasse ich das Auto hinter mir und erfreue mich an der Weite, die vor mir liegt. Ich lasse jeden Gedanken fliegen, verharre weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Es ist der Augenblick, der zählt. Und so nehme ich den Moment mit allen Sinnen auf. Was sehe ich? Was rieche ich? Kann ich fühlen, woher der Wind kommt oder wie die Luft schmeckt? Es ist das Gefühl von Frische, Weite und Unbekümmertheit, welches sich ganz tief in mir bemerkbar macht. 

Ein Knacken zu meiner Rechten. Vorsichtig bleibe ich stehen und schaue in jene Richtung, aus der mich das Geräusch erreicht. Ein Rehbock wandert in die entgegengesetzter Richtung, unbeeindruckt von meiner Anwesenheit. Wahrscheinlich hat er mich einfach nicht bemerkt. Der Wind steht günstig. Ich schieße schnell ein, zwei Fotos und lasse ihn wandern. Nicht stören. Nichts zerstören. Daran möchte ich mich halten. 

Das Moor fasziniert mich. Es inspiriert mich. Es lässt mich atmen, runterkommen und abschalten. Ein Ort, an dem Nachrichten egal sind. Genau wie Herkunft, Religion, Ansichten und der ganze Dreck, der im Grunde genommen unwichtig ist und nichts über Dich aussagt. Ähnlich wie im Wald und doch ganz anders. Der Nebel, das Wasser, die scheinbaren Geister die sich schwerelos in den Nebelwaden umherbewegen. O schaurig ist´s übers Moor zu gehen.