Rassismus. Ein weit verbreitetes Verhalten, dass es in jedem Land gibt und in manchen Ländern leider immer alltäglicher wird. So alltäglich, dass es vielen einfach nicht mehr auffällt. Ein Verhalten, dass dadurch geprägt ist, dass man anderen Menschen misstraut, sie verachtet und ungerecht behandelt. Doch nicht, weil sie etwas Schlimmes getan haben. Meist geschieht dieses einzig und allein dadurch, weil sie anders aussehen, eine andere Religion haben oder einer anderen Kultur entspringen. Doch nur weil dieses Verhalten immer alltäglicher wird, bedeutet das nicht, dass es richtig ist. Im Gegenteil. Niemand darf jemanden verachten oder schlecht behandeln, nur weil er anders ist. 

Zum Glück bin ich mit dieser Meinung nicht alleine. 440 Schülerinnen und Schüler aus elf verschiedenen Ländern sind der gleichen Auffassung. Sie gehen auf die Heinrich von Oytha Schule in Altenoythe und haben zusammen mit dem Lehrpersonal, sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Projektwoche gestartet, die sich mit dem Thema Rassismus beschäftigt hat. Das Ergebnis dieser Projektwoche: Die Landesschulbehörde hat die Oberschule am gestrigen Donnerstag zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Der Derzent der Behörde, Frank von der Aa durfte in einer Feierstunde die Auszeichnung an die Schülerinnen und Schüler übergeben. 

Projektwoche gegen Rassismus

Alles begann mit einer Idee. Auf die Idee folgte die Umsetzung. Es wurde gehandelt. Die Schülersprecherin Maria Herding und der Schulsprecher Youssef Mahmoud sammelt an ihrer Schule Unterschriften. Unterschriften, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler zur Courage und gegen Rassismus verpflichteten. Unterschriften, mit denen sie belegten, dass sie Diskriminierung als Schulgemeinschaft ablehnten. Gleichzeitig wurde eine Projektwoche gestartet. Es wurden gemeinschaftlich Plakate und Sitzbänke erarbeitet, es wurde gemeinsam international gekocht und gegessen. Die Schülerinnen und Schüler schrieben sogar ein eigenes Kochbuch, in dem Gerichte aus aller Welt ihren Platz fanden. Außerdem wurde ein Theaterstück aufgeführt, dass gestern, während der Verleihung der Auszeichnung aufgeführt wurde.  

Es war keine Projektwoche, die einfach nur von den Lehrerinnen und Lehrern geplant wurde. Es war eine Projektwoche, in der Herzblut steckte. Das schreibe ich nicht einfach so. Ich durfte mich selbst davon überzeugen, denn ich war zum Glück ein Teil dieser Projektwoche. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Heinrich von Oytha Schule habe ich, in Zusammenarbeit mit Ines Dumstorff ein kleines Video produziert, in dem sich die Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrpersonal gegen Rassismus ausspricht und betont, dass die Schule eine Schule für alle ist.

Wir alle haben manchmal Angst.

Manchmal haben wir Angst. Angst vor dem Unbekannten. Manchmal haben wir Angst im Dunkeln. Einfach nur, weil wir nicht sehen können, was vielleicht auf uns zukommt. Und so, wie wir uns im Dunkeln fürchten, fürchten wir uns manchmal vor dem Unbekannten. Das geht jedem so. Das ist vollkommen in Ordnung. Wir bilden uns dann furchtbare Dinge ein. Eigentlich, ohne jeglichen Grund. Manchmal sogar vollkommen unlogisch. Und oft ist es so, dass es nichts gibt, mit der wir unsere Angst rechtfertigen könnten. Trotzdem haben wir Angst. Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass, Rassismus. Meist entstehen sie aus Angst. Meistens gibt es dafür keinen vernünftigen Grund. 

Die Projektwoche der Heinrich von Oytha Schule hat genau das wunderbar aufgearbeitet. Sie hat gezeigt, dass man Achtung vor anderen Menschen haben soll. Das man die menschliche Würde achten muss. Damit fängt all das Gute an. Jemand anderen zu achten, das bedeutet, das Anderssein des Anderen anzuerkennen, darauf Rücksicht zu nehmen. Und es bedeutet, dass man dem Anderen zuhört, ihnen kennenlernt und sich vor schnellen Vorurteilen hütet. Es sind die vorgefertigten Meinungen über fremde Menschen, Religionen und Kulturen, die im Grunde genommen die Grundlage von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass bilden. 

Doch wenn man irgendwann damit beginnt, die Vorurteile über Bord zu werfen, dann erkennt man, dass Vielfalt etwas Wunderbares ist. In der Projektwoche haben die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig gezeigt, dass sie aus ganz unterschiedlichen Welten stammen und doch im Grunde genommen gleich sind. Sie haben sich gegenseitig in ihrem Wissen bereichert und auf eine ganz besondere Art und Weise ergänzt.

Jedes Gesicht auf dieser Schule, in unserem Ort, auf der Welt ist ein Wunder. Und was bedeutet schon Schönheit oder Hässlichkeit? Das sind doch nur relative Begriffe. Fakt ist: jedes Gesicht ist ein Symbol für das Leben. Jedes Leben verdient Achtung. Hier an der Heinrich von Oytha Schule wird das gelebt. Und hier ist man der Meinung, das jeder, der einen anderen Menschen achtet, dadurch das Leben in seiner Schönheit, in seinem Zauber und seiner Verschiedenheit würdigt. Doch das Wichtigste ist wahrscheinlich, dass alle während dieser Zeit gelernt haben: Jeder, der andere würdig behandelt, zeigt damit Achtung vor sich selbst.