Jagd & Forst
Jagd & Forst

Es war im August letzten Jahres, als ich das erste Mal wirklich auf einem Hochsitz saß. Eine befreundete Jägerin hatte mich zu einem Ansitz eingeladen und diese Einladung hatte ich dankend angenommen. Tatsächlich hatte ich mich bis zu diesem Tag eher sporadisch mit dem Thema Jagd beschäftigt und ich glänzte durch Unwissenheit und falsche Vorstellungen. Vorstellungen, die im Grunde genommen nichts anderes waren, als Vorurteile, die mein persönliches Bild der Jägerschaft gänzlich verfälscht hatten. 

Auf dem Hochsitz selbst herrschte absolute Stille. Kein Ton fiel, kein Wort wurde gesprochen. Ein Umstand, der mir sehr gefiel. Und schon wenige Wochen später durfte ich wieder mit auf einen Hochsitz. Dieses Mal war es ein Hochsitz an einer anderer Stelle und wir hatten das Glück, in der aufkommenden Dämmerung, ein Rudel Damwild auf einer Lichtung beobachten zu können. Allerdings konnten wir diesen Hochsitz eine ganze Zeit lang nicht verlassen, weil wir das Wild auf der freien Fläche nicht stören bzw. verscheuchen wollten. Also saßen wir bis in die Dunkelheit hinein auf dem Ansitz und konnten den Wald erst zu Beginn der Nacht verlassen. 

Tatsächlich haben mich diese stillen Stunden mit den wunderbaren Beobachtungen sehr geprägt. Ich begann mich intensiver mit dem Thema Jagd zu beschäftigen. Gleichzeitig interessierte ich mich mehr und mehr für die Wildtierfotografie und durch einige Fotos, die ich auf Instagram veröffentlicht hatte, kam ich mit weiteren Jägerinnen und Jägern ins Gespräch. Teilweise bekam ich durch diese einen tieferen Einblick hinter die Kulissen und stellte fest, dass Jagd mehr ist, als nur der pure Abschuss. 

Jagd & Forst 

Jagd & Forst

Über ein Jahr habe ich mich nun schon mit den Themen Jagd, Forst & Wildtierfotografie beschäftigt. Ein Experte auf irgendeinem dieser Gebiete bin ich aber längst nicht. Dazu bedarf es wesentlich mehr, als ein paar Ansitze, einige Fachbücher und ein paar Fotos, aufgenommen auf freiem Feld. Nichts desto trotz kann ich durchaus sagen, dass diese Themen mich so sehr interessieren, wie es lange kein Thema geschafft hat. Und genau aus diesem Grund möchte mich mehr mit ihnen beschäftigen und ihnen mehr Platz in meinem Leben geben. 

Allerdings habe ich in den letzten Monaten immer wieder gemerkt, dass die Jägerinnen und Jäger oft in der Kritik stehen und dass es Menschen gibt, die teilweise mit falschen Vorurteilen argumentieren. Die militanten Jagdgegner, die Hochsitze ansägen und in den sozialen Netzwerken Todeswünsche aussprechen, möchte ich an dieser Stelle am liebsten gar nicht erwähnen. Ich tue es aber doch, weil es sie gibt und diesen Umstand nicht zu erwähnen, falsch wäre.

Ich habe mich gefragt, wie ich persönlich – als Nichtjäger – mich mehr mit diesem Themen befassen und sie in meine Arbeit als Fotograf integrieren kann. Da kam mir irgendwann die Idee, einen Bildband zu gestalten, der die Arbeit der Jägerinnen und Jäger auf gewisse Weise dokumentiert. Und während ich erste Ideen skizziert habe, kam mir der Einfall, ich könne diesen doch JAGD & FORST nennen, weil das meiner Meinung nach ein passender Name wäre. 

Glückliche Umstände und einige Umwege haben dann sogar letztlich dazu geführt, dass mir die Domains jagdundforst.de als auch jagd-und-forst.de in die Hände fielen. Ehrlich gesagt, ihr könnt Euch ganz bestimmt nicht vorstellen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe. 

Statt Hochzeiten am Rechner. 

Nun kam es in diesem Jahr so, dass viele Hochzeiten aufgrund der aktuellen Lage ausfielen, was ich natürlich durchaus verstehen kann. Und statt mich darüber aufzuregen, habe ich die Zeit genutzt und viel am Rechner gesessen. Aus der ursprünglichen Idee einen Bildband zu gestalten, ist mehr geworden. Ein Blog. Eine Webseite. Eine Art Magazin. Ich war so begeistert von der Idee, dass ich meinen geplanten & bereits umgesetzten Onlineshop vom Netz nahm und auch den Podcast einstampfte, den ich vor einiger Zeit begonnen hatte. 

Stattdessen habe ich mich mit Jagdhunden, mit der Wildtierfotografie, mit Jagdrecht, mit Hege, mit Pflege, mit Wildtierarten, aber auch mit Ausrüstung und Bekleidung beschäftigt. Und wieder Mal hatte ich das Glück, mehrere Ansitze während der Blattzeit begleiten zu dürfen. Nach mehreren Wochen hatte ich die Webseite fertig gestellt und am 07. September 2020 ging JAGD & FORST online. 

Die Idee einen JAGD & FORST Bildband zu gestalten gibt es immer noch. Und für diesen bin ich gerade auf der Suche nach Jägerinnen und Jäger, die Interesse daran haben, sich von mir fotografieren zu lassen. Darüber hinaus gibt es JAGD & FORST auch auf Facebook und auf Instagram. Und wenn Du wissen möchtest, was dort nun ganz genau passiert, dann schau am besten mal vorbei. Ich würde mich freuen.