Manchmal träume ich von einem alten Hof. Irgendwo in der Einsamkeit. Mit wilden Gräsern ums Haus und Bienen, die von Blüte zu Blüte fliegen. Manchmal wünsche ich mir einen kleinen Stall, in dem nachts Hühner schlafen und einen Hahn, der früh morgens auf der großen Wiese zum Sonnenaufgang kräht. Es wäre schön, wenn hinter dem Haus ein riesiger Wald und die Straße zum Haus recht sandig wäre. In dem kleinen Schuppen gäbe es Werkzeug, mit denen ich kleine Dinge selber machen könnte. Am Abend knistert das Feuer in dem alten Küchenherd und der Kessel pfeift, sobald das Wasser kocht…

Morgens, während ich den ersten Kaffee trinke, schaue ich aus dem Fenster. Auf die große, grüne Wiese, auf der friedlich ein paar Rehe grasen. Durch die Spitzen der großen Tannen bricht das Licht des Mondes auf den kleinen Bach, der plätschernd durch den Garten fließt. Und nachmittags, ja da sitzt ein Reiher auf der kleinen Holzbrücke und hält Ausschau nach einer kleinen Mahlzeit. Tagsüber spielen Kinder auf dem Hof und reißen sich die Hosen auf, die wir abends im Schein der Kerzen wieder flicken. Es gibt keine Sonntage mehr, weil jeder Tag besonders ist und morgens kitzelt uns die Sonne den Schlaf aus den Augen. 

Träume voller Anstrengungen

träume

Manchmal träume ich von den Anstrengungen, die dieses Leben mit sich bringt. Von den Beschwerlichkeiten und den Abstrichen, die man machen muss. Manchmal von den Sorgen, den Nöten und den Ängsten. Denn zu behaupten, ein solches Leben wäre frei davon, wäre eine Lüge. Doch alles im Leben hat seinen Preis und selbst die schönsten Träume fordern ihren Lohn. Schweiß, Entbehrungen, manchmal Sorgen, manchmal Kummer. Vielleicht gibt es kaputte Fenster, durch die der Regen in die Zimmer fegt oder eine undichte Wand, durch die der kalte Winter seine Kälte treibt. Doch am Ende, so bin ich mir sicher, würde es sich lohnen. So, wie es sich immer lohnt, seinen Träumen nachzujagen. 

Es gäbe ein kleines Gästehaus, mit mehreren Zimmern. Zimmern, in denen einfache Betten stehen. Manchmal würden Gäste kommen. Menschen, die sich für die Fotografie interessieren. Wir würden uns unterhalten, fachsimpeln und die ruhige Umgebung zum Lernen nutzen. Tagsüber würden wir unseren Horizont erweitern und wenn das Licht den Tag verlässt, am Lagerfeuer sitzen und die Nacht genießen. Wir würden den Alltag für einige Zeit hinter uns lassen und über das sprechen, was uns begeistert. Und obwohl wir versuchen würden, die Zeit anzuhalten, würde alles ganz schnell gehen und am Ende wären alle glücklich. 

Ja. Manchmal habe ich Träume. Ausflüge in eine andere Welt, eine andere Realität. Diesen Platz zu finden, den ich mir in meinem Kopf erschaffen habe, wäre wohl die schwierigste Hürde. Und ich werde jetzt nicht sagen, irgendwann. Denn Irgendwann ist nur ein Wort für nie…

Die Fotos wurden im Museumsdorf Cloppenburg aufgenommen.