Angestaubt und müde lag die alte Kamera auf dem Regal neben dem Schreibtisch. Ihr Akku hatte nicht einmal mehr ein müdes Lächeln übrig, als ich sie am Samstag, beim Aufräumen, aus dem Regal nahm. Kein Lebenszeichen gab sie von sich, als ich den Knopf drückte, dem sonst ein leichtes Summen folgte. Zum Glück fand ich das Ladegerät der Kamera in einer Schublade voller Kabel, dessen Nutzen ich mir meist nicht sicher bin. Und nach einer guten halben Stunde an der Steckdose, ertönte nach dem Einlegen des Akkus jener Ton, der mir zeigte, dass sich in dieser Kamera noch Leben befindet.  

Irgendwann zum Ende des Jahres 2013 hatte ich mir diese Kamera gekauft. Ein kleine, kompakte Kamera. Eine, die immer dabei sein sollte. Doch der Zahn der Zeit und die Neuerungen des Marktes, ließen mich dieses Gerät vergessen. Und so stand sie, lange, lange Zeit unbenutzt rum und diente lediglich irgendwelchen Dekorationszwecken.

Schade“, dachte ich mir an jenem Tag. „Wie wäre es denn, wenn ich sie einfach mal wieder benutze, um zu sehen, ob sie noch das hält, was sie mir einst versprochen hat.“  

Andor stand neben mir und schaute mich erwartungsvoll an. Das Wetter draußen, spielte für ihn keine Rolle. Es interessierte ihn nicht, dass die Welt dunkel, grau und mit schweren Wolken verhangen war. Ich lächelte. Leise. „Warum eigentlich nicht?“ Und so schnappte ich mir die Leine, um einen größeren Spaziergang zu machen. Zusammen mit Andor. Und meiner alten Kamera.