Fotograf Friesoythe
Regenhochzeit

Der Wind peitscht den Regen über die kalte Kaimauer. Der Himmel ist gefüllt mit dunklen Wolken, die beharrlich damit beschäftigt sind, dass Sonnenlicht vom Ufer fernzuhalten. Tonnenschwere LKWs brummen über die alte Brücke und bringen mit ihrem Gewicht den Boden zum Schwingen. Eine Böe kommt von vorne und drückt Wasser ins Gesicht. Regenhochzeit. Trotzdem. Es wäre falsch, zu sagen es gäbe bessere Tage zum Heiraten. Es gibt keinen besseren Tag. Dieser Tag ist ihr Tag und Hochzeit bedeutet „Ja“ sagen. Manchmal auch zum Wetter. Also Gummistiefel an, den Regenschirm gespannt und los.

Typisch norddeutsch“, sagt sie und lacht los. „Genauso habe ich es mir gewünscht.“ Ihr Lachen ist ehrlich, ihr Gesicht entspannt. Entspannt, aber voller Glück. Und als hätte sie es so bestellt, legt der Regen in diesem Augenblick nach. Allerdings gibt es doch einen Punkt, der ihr Sorgen bereitet. „Macht Deine Kamera das eigentlich mit?“ Jetzt lache ich. „Wenn nicht, ist sie die falsche Kamera.“ Ehrlich. Meine Kamera ist Kummer gewohnt. Sie ist ein Arbeitstier. Regen, Schnee, Frost – alles hat sie schon gesehen und nie hat sie mich im Stich gelassen. Und so kann ich ganz getrost und selbstsicher in diese Regenhochzeit starten.

Eine Regenhochzeit – irgendwie typisch norddeutsch

Ich erinnere mich an 2017. Dem Jahr, in dem es mehr als eine Regenhochzeit gab. Gefühlt regnete es an jedem Wochenende. Manchmal mehr. Manchmal weniger. Natürlich ist das ärgerlich. Gerade weil man sich für die eigene Hochzeit oft etwas anderes vorstellt. Aber wenn man etwas nicht planen kann, dann ist es das Wetter. Und vielleicht ist das ganz gut so. Was man allerdings planen kann, dass ist die Einstellung, die man zum Wetter hat. Und das Beste ist, wenn man es annimmt, egal wie es kommt. Denn auch eine Regenhochzeit kann ihren Reiz haben. Und genau das habe ich in 2017 gelernt.

Regenhochzeit

Ich glaube, eine Regenhochzeit wird erst zur Regenhochzeit, wenn man sie zur Regenhochzeit macht. Damit möchte ich sagen, dass eine Hochzeit erst dann eine Regenhochzeit wird, wenn man sich über die verregnete Hochzeit aufregt. Das nämlich drückt die Stimmung und die Freude über den Tag, der eigentlich zu einem der schönsten Tage im Leben gehören soll, verfliegt. Viel schöner ist es, wenn man das Wetter annimmt, wie es kommt und das Beste daraus macht. Das nämlich, das kann man planen. Und ich habe hier ein paar Tipps, was man tun kann, wenn die eigene Hochzeit verregnet.

Regenschirme und Gummistiefel

Auch im Sommer kann es regnen. Und oft kann man schon, anhand der Wetterprognosen sehen, ob die eigene Hochzeit zur Regenhochzeit werden könnte. Daher heißt es für den Fall der Fälle gerüstet sein. Regenschirme und Gummistiefel* sind daher immer eine Option, die man im Auge behalten sollte. Außerdem bieten Gummistiefel den Vorteil, dass man damit auch über nasse Wiesen und Felder laufen kann. Übrigens: Man kann Gummistiefel* mittlerweile in vielen bunten Farben kaufen, die dann einen schönen Kontrast zum dunkel, schmuddeligen Regenwetter bieten. 

Sprecht mit Eurem Frisör bzw. Eurer Frisörin

Während meiner letzten Regenhochzeit habe ich etwas gelernt: Man kann die Haare regentauglich gestalten. Allerdings habe ich natürlich keine Ahnung, wie das geht. Daher fragt am besten die Person, die Euch die Haare macht, was möglich ist. Das Gleiche gilt übrigens auch für das Makeup – Allerdings bin ich hier auch vollkommen ahnungslos. Doch zum Glück gibt es ja Experten.  

Handtücher und Decken

Ich habe immer Reinigungs- und Trockentücher für meine Linsen und Kameras dabei. Und genau diesen Tipp gebe ich Euch auch. Packt Handtücher ein. So könnt ihr im Fall der Fälle mal eine Bank abtrocknen. Oder das eigene Gesicht. Außerdem empfiehlt es sich, sollte die Hochzeit doch verregnet sein, große Decken einzupacken. Auf diese kann die Braut sich dann stellen und der Saum bleibt einigermaßen sauber. Ich mache das z.B. gerne während des Shootings. Die Decke kann ich dann, mit etwas Aufwand, anschließend in meinem Fotobearbeitungsprogramm entfernen.  

Das Beste aus dem Tag machen

Das Wichtigste ist aber: Locker bleiben. Es regnet nur. Und das meiste Wasser geht sowieso an einem vorbei. Seht alles entspannt, habt Spaß und regt Euch nicht auf. Es ist nur Regen. Und wenn Ihr Angst wegen der Fotos habt und das diese unter Umständen „ins Wasser fallen“, ich kenne das einen Fotografen, der findet das ganz toll im Regen zu fotografieren. Ihr müsst nur etwas mutig sein. Eigentlich nur ein ganz klein wenig. 

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