Unterwegs

Unterwegs.Der Himmel verdunkelt sich. Schwere Wolken ziehen über die Straße und wirken wahrscheinlich bedrohlicher, als sie es wirklich sind. Vielleicht regnet es. Vielleicht nicht. Ich sitze im Auto. Sicher. Relativ. Glaube ich jedenfalls. Sicher sein kann man sich ja nie. Sicherheit gibt es ja nicht. Kann man dran glauben und vielleicht beruhigt einen das, aber sicher ist, dass es Sicherheit nicht gibt. Ich fahre meinem Feierabend entgegen. Kurz vor 22:00 Uhr.

Ich bin oft unterwegs. Draußen. Im Auto. Auf den Landstraßen. Auf Zwischenstraßen. In kleinen Vorstadtsiedlungen. Manchmal auf Autobahnen. Ich besuche Menschen. Familien. Liebespaare. Brautleute. Firmenchefs. Marketingstrategen. Auf meinem Beifahrersitz liegt mein Kalender. Aus Papier. Ein Organizer. Mit Kugelschreiber. Ganz altmodisch. Total unmodern. Aber für mich beste Lösung. Ich kann das Digitale nicht. Meine Finger sind zu dick. Sag ich oft. Gerne. Scherzhaft. Aber im Grunde ist es so, dass ich keine Lust auf einen digitalen Kalender habe. Ich brauche Papier. Stifte. Farben und Gedanken, die ich notieren und festhalten kann.

Vor einigen Jahren habe ich mir oft Gedanken gemacht. Gedanken darüber, was andere denken. Über mich. Über das, was ich tue. Über das, was ich mache. Und manchmal, da hörte man etwas. Was andere gesagt haben. Was mir nicht gefiel. Und dann war ich traurig. Verletzt. Enttäuscht. Aber weißt Du was? Das ist heute anders. Es ist mir egal. Denn es spielt keine Rolle. Es hat nie eine Rolle gespielt. Denn es ist nicht wichtig, was andere über Dich denken. Wichtig ist, was Du über Dich denkst. Und ich denke, dass Du mit Dir zufrieden sein kannst. Glücklich. Einfach so. Ohne Grund. Warum auch nicht? Das Leben ist doch schön. Meistens jedenfalls.

Zu Hause. Kurz nach zehn. Ich schnappe mir meinen Kalender. Hake den Tag ab und werfe mich auf die Couch. Meine Frau schläft schon. Die Kinder schon längst. Ich geh noch kurz mit meinem Hund raus. In den Garten. Anschließend lese ich ein paar Seiten in einem guten Buch, um mich danach doch wieder vor den Rechner zu werfen. Ich möchte noch ein paar Fotos bearbeiten. Fotos von der Firmenfeier des letzten Freitags. Eine ganz besondere Feier. Ein ganz besonderer Tag. Prominenz vor Ort. Ich hätte ihn  nicht erkannt, hätte es mir nicht irgendjemand erzählt. Fußball. Bayern München. Nicht meine Baustelle.

Unterwegs

Morgen geht es wieder los. Raus. Unterwegs sein. Termine. Fotografie. Texte. Geschichten. Das ganz normale Leben. Irgendwie schön. Manchmal gestellt. Und manchmal frage ich mich, wo die Reise hingeht. Wohin mein Weg mich führt. Manchmal frage ich, wie lange ich noch draußen bin. Unterwegs. Auf Reisen. Und ob es immer das Gleiche sein wird oder ob ich irgendwann wieder einen Cut mache und alles doch ganz anders wird. Manchmal frage ich mich das. Eine Antwort habe ich nicht. Ich brauche keine. Denn sie kommt immer früh genug. Drauf einstellen? Sicher nicht. Sicherheit gibt es nicht. Dafür bin ich zu gerne unterwegs.

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