Moor

Mitten im Moor. Die alten Bohlen, mit einfachen Nägeln auf den Balken befestigt, knacken unter meinen Füßen. „Gebt fein acht“, warnte sie uns, „wenn ihr durch die Moore wandert. Schon so manch einer fand in den feuchten Feldern seinen Tod“. Und ihre dünnen, knochigen Finger umklammerten fest das Holz des alten Lehnstuhls. Ihre Stimme wurde still. Ihr Blick leer. Es schien mir fast, als würde sie an jemanden denken, den sie immer noch im Herzen trug.  Selbst heute fühle ich den Schauer, der mich umgab, als sie ihre Worte sprach. Sie selbst und ihre Zeit ist längst begraben. Dennoch klingt ihre Warnung gläsern klar in meinen Ohren, wenn meine schweren Stiefel den weichen Boden des Moores berühren.

Stille. Überall. Leichter Wind, der über die Gräser des Moores streicht und sanfte Wellen auf die stillen Wasser zaubert. Ein Ort voller Geschichten. Märchen, voller schaurigem Spuk. Und wenn man glaubt, sieht man Gespenster, unheimlich Wesen, die leichten Fußes über die kleinen Seen laufen. Sie winken, sie lachen, sie rufen leise, so scheint es fast. Doch folgt man ihnen, läuft man Gefahr, selbst seinen Tod zu finden. Denn das Moor ist tückisch. Gefährlich und die stillen Wasser, sie sind tief. 

Moor, Esterweger Dose
Moor
Torsten Luttmann im Moor
Der Holzpfad im Moor Esterweger Dose
Gefährliches Moor
Moor

Diese Fotostrecke entstand im Naturschutzgebiet Esterweger Dose. Ein Moor mit einer Größe von über 4.700 ha. Ca. 1.000 ha dieser Fläche sind im Besitz von diversen Torffirmen und hier, im Moor, wird immer noch Torf abgebaut. Allerdings sind intakte, torfbildende Moore in den letzten Jahrzehnten rar geworden, seitdem der Mensch damit begonnen hat, das Moor zu entwässern und die gewonnen Flächen landwirtschaftlich zu nutzen. Alleine hier, in Niedersachsen, fielen bereits ein Viertel aller Hochmoorflächen dem Torfabbau zum Opfer. Und sollte der Torfabbau im Moor so weitergehen, dürften die Vorräte an Torf spätestens in 50 Jahren erschöpft und damit eines der artenreichsten Ökosysteme zerstört sein!