Ein Blick auf den Kalender zeigt, dass dieses Jahr nur noch gute 20 Wochen zu tragen hat. Vielleicht sind 21 Wochen. Doch dann war es das. Und mit jedem Jahr, das vergeht, merkt man selbst, dass die Tage dahinfließen, wie ein kleiner Bach, der bergab ins Tal stürzt. Und selbst wir gewillt sind, einen Damm zu bauen, so lässt sich der Bach doch nicht aufhalten und sucht sich seinen Weg, um irgendwann ans Ziel zu kommen. Sei es drum. So ist der Lauf der Welt. Und mit jedem Jahr, das vergeht, ändert sie sich und wir verändern uns mit.   

Wir schreiben Anfang August. Ein August, in einem seltsamen Jahr. Ein August, in dem wir Abstand halten, um andere zu schützen. Wir tragen Masken beim Einkaufen, feiern keine großen Feste und schränken uns in vielen Bereichen ein, weil wir wissen, dass es Sinn macht. Nun gut, es gibt Ausnahmen, Leugner und Verdränger. Aber diesen möchte ich an dieser Stelle keinen Raum bieten, selbst wenn ich es jetzt gerade doch getan habe. Sei es drum. 

Das Jahr 2020 hatte ich anders geplant. Ganz anders. Und damit bin ich nicht alleine. Ehrlich gesagt, ich kann nicht in Zahlen ausdrücken, wie viele Pläne dieses Jahr einfach zerbrochen sind. Wie viele sich, fast über Nacht, in Luft aufgelöst haben. Und sicherlich sind auch Tränen geflossen, weil wir uns so vieles vorstellen konnten, nur dieses nicht. Und doch bringt es letzten Endes nichts, sich über die Dinge zu erregen, über die wir keine Macht haben. Besser ist es, sie anzunehmen, hinzunehmen und nach neuen Wegen zu suchen. Wie der kleine Bach, dessen Lauf durch einen umgefallenen Baum gestört wurde. 

Zugegeben: Am Anfang hatte ich Zweifel, Angst und Sorgen. Umstände, aus denen heraus Notlösungen geboren sind, die nicht wirklich durchdacht waren und am Ende nicht das Ziel erreicht haben, welches wirklich anvisiert war. Doch Fehler können wir manchmal korrigieren, Ziele neue ausrichten, um dann Wege zu gehen, die uns an einen anderen Ort bringen, der letzten Endes vielleicht doch wesentlich interessanter sein mag, als wir es uns jemals hätten vorstellen können. 

Und das ist der Punkt, an dem VOLL NORDISCH endet. Das ist der Punkt, an dem die nördlichen Felder nicht mehr reichen. Denn die Regionalität, die diese mit sich bringen, engen mich gerade ein. Sie halten mich an einem Punkt, über den ich gerne hinauswachsen möchte. Und so gehe ich in den nächsten Wochen einen Schritt, der mich über die Grenze führt und mir neue Regionen, Orte und Menschen zeigt. Einen Schritt, der meinen Horizont erweitern wird und mir viele andere Möglichkeiten bietet. 

Seit ein paar Wochen arbeite ich viele Stunden, Tage und manchmal auch Nächte an diesem Schritt. Ich habe einiges gelernt, mich mit Menschen unterhalten und Sichtweisen erfahren, die ich gerne teilen möchte. Gleichzeitig ist mir aber bewusst geworden, dass es sicherlich auch Personen gibt, die diese nicht mit mir teilen werden und vielleicht nicht verstehen (wollen) dass es viele Perspektiven gibt, die unterschiedliche Blicke zulassen und doch alle richtig sind. Aber das kalkuliere ich ein und nehme es hin. Letzten Endes ist es nämlich nicht mein Ziel andere glücklich zu machen, sondern mich. Auch, wenn das vielleicht egoistisch klingen mag. 

All das bedeutet aber nicht, dass es hier ganz zu Ende geht. Dieser Blog bleibt bestehen. Aber anders. Er wird persönlicher, privater und komplett entfernt von jeglichem Business Gedanken. Und wenn in 4 Wochen und 6 Tagen etwas Neues beginnt, endet dieses Kapitel nicht. Es verändert sich. Wenn ich darüber nachdenke, merke ich, dass es sich gut anfühlt. Ich merke, dass es richtig ist und ich freue mich schon darauf, Euch davon zu erzählen. Und wenn es Euch nicht gefällt, dann ist das in Ordnung.