Der Herbst hat das Spiel mit den Farben übernommen. Und der nahende Winter trägt langsam die Ruhe über das Land. Jene Ruhe, die gefehlt hat, um die passenden Worte zu formulieren, die einem Eintrag hier gerecht geworden wären. Ja, vielleicht wäre das Wort „Lebenszeichen“ eine bessere Überschrift gewesen. Schließlich sind seit dem letzten Artikel auf diesen Seiten gut 54 Tage vergangen. Man könnte fast meinen, es sei still geworden. Und doch war es ganz anders. Es war schnell, es war bunt und vielleicht sogar zu laut an manchen Tagen. Von daher bin ich ganz froh, dass sich die Jahreszeit dem Spiel der Farben angenommen hat und mit dem Winter die Ruhe übers Land zieht.

Die Hochzeitssaison neigt sich dem Ende. Nur eine Hochzeit hat sich noch in den letzten Blättern des Kalenders versteckt. Die anderen Fotos sind im Kasten und übergeben. Die letzten Fotobücher befinden sich im Druck und die ersten Hochzeiten der neuen Saison lassen noch etwas auf sich warten. Frühling. 2020. Dann startet die nächste und für mich letzte Saison als Hochzeitsfotograf. Wenn ich vom Zwischenstand spreche, darf dieses nicht unerwähnt bleiben, denn nach und nach trudeln die ersten Anfragen für 2021 ein und ich muss mich erst daran gewöhnen, Absagen zu erteilen. Aber zu oft habe ich in den letzten Jahren Entscheidungen getroffen und diese zu Gunsten der Sicherheit und der Bequemlichkeit verworfen.

Entscheidungen

Es sind die Entscheidungen der Gegenwart, die dazu beitragen unsere Zukunft zu formen. Und durch jede Entscheidung, definieren wir uns selbst. Nur mit ihnen haben wir die Möglichkeit, unseren Worten, unseren Träumen aber auch unserem Leben Bedeutung zu verleihen. Nur durch unsere Entscheidungen können wir aus dem was wir sind, das machen, was wir sein wollen.  Trotzdem. Manchmal sitze ich hier und frage mich, ob ich mich richtig entschieden habe. Ich frage mich, ob man sich überhaupt richtig entscheiden kann. Denn diese Entscheidung, jene Sicherheit einfach zu ignorieren, macht mir manchmal Angst. Aber am Ende ist es doch so: Manchmal gibt es kein Richtig oder Falsch. Manchmal muss man einen Weg wählen und mit diesem seinem Herzen folgen. Ich glaube, dass ich genau das gemacht habe. Und indem ich jetzt einfach mal „Nein“ sage, sage ich dadurch „Ja“ zu mir selbst.    

Am Rand meines Schreibtisches befindet sich ein Haufen halb-fertiger Baustellen. Größere und kleine Projekte, die um meine Gunst buhlen. Und statt dem Geruch nasser Fichten und Tannen weht mir der Duft von heißem Kaffee um die Nase. Wie gerne würde ich jetzt meine warmen Norwegersocken gegen meine schweren Stiefel tauschen. Wie schön wäre es, jetzt mit Kamera und Hund durch die Welt zu streichen und neue Abenteuer zu erleben. Doch stattdessen besänftigt mich der Klang von friedlicher Weihnachtsmusik. Das mag dem Ein oder anderen vielleicht zu früh erscheinen. Für mich ist aber genau das, in diesem Augenblick, einfach richtig. Stille Musik, die Vorfreude auf die Ruhe weckt, die vor mir liegt. Und es motiviert mich, die Baustellen abzuarbeiten, bevor der Winter kommt. In 39 Tagen ist das Jahr zu Ende. Dann beginnt mein Urlaub und die Einstimmung auf den neue Jahr.

Was kommen wird

Eine Entscheidung zu treffen, setzt Willen voraus. Und wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, kann es sein, dass wir dafür etwas aufgeben müssen. Wir müssen unsere Prioritäten neu setzen und uns ans Werk machen. Und in dem Moment, in dem wir genau das tun, haben wir unser Leben selbst in die Hand genommen. Wir haben uns dazu entschieden, ein Abenteuer zu erleben und uns auf die Suche nach unserem Schatz zu begeben. In dem wir das machen, haben wir uns dagegen entschlossen, ein Opfer der Welt zu sein. 

Ich glaube, dass das kommende Jahr anstrengend wird. Für mich. Ich glaube, dass ich einige Dinge aufgeben muss, um andere zu beginnen. Das bedeutet loslassen, statt festhalten. Anpacken statt abwarten. Ich glaube, dass ich im kommenden Januar damit beginnen muss, die Grundsteine für 2021 zu legen. Und vielleicht ist es ja sogar schon so, dass ich damit längst begonnen habe. 

Meine Arbeitswelt ist bislang oft laut und schnell. Es wird gefeiert, getanzt und gesungen. Manche Tage an den Wochenenden sind über 15 Stunden lang und damit ziemlich anstrengend. Dazu kommen die Termine unter der Woche, die nicht selten in den Abendstunden liegen. Das Alles hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Die Meisten, die mich so erleben durften, wissen das. Doch nun ist es nun an der Zeit etwas Neues zu erschaffen.

Natur und Stille

Etwas, das komplett anders ist. Ich möchte eine Arbeitswelt, in der es um Natur und Stille geht und ich möchte einen Weg finden, der mir genau das bieten kann. Draußen sein, fotografieren, filmen und schreiben. Ich möchte meinen Blog hier mit mehr Leben füllen und die vielen neuen Augenblicke mit Dir teilen. Die Begeisterung, die Ruhe und die Stille, die ich für und in der Natur erleben darf, möchte ich in Fotos und Worten wiedergeben und vielleicht damit auf Dich übertragen.   

Was ich möchte, das ist ein Unternehmen, dass mir das ermöglicht. Ein Welt, die mir die Chancen bietet, genau das zu tun. Ich baue mir eine kleine Welt auf, in der ich meine Tage damit verbringe zu fotografieren, zu schreiben und zu filmen. Ich möchte einfach zeigen, wie wundervoll diese Welt sein kann. Wie still und leise sie manchmal ist, wenn man glaubt, dass alles um einen herum zu laut erscheint. Und all das möchte ich mit den Menschen über die sozialen Netzwerke teilen. Facebook, Instagram, YouTube

Kein Plan. Aber eine grobe Richtung.

Eigentlich? Eigentlich wollte ich das schon immer machen. Aber irgendwie hatte ich Angst. Oder keine Zeit. Oder eine Mischung aus beidem. Was, wenn es nicht funktioniert? Was, wenn man scheitert? Und während ich mir diese Fragen stellte, fielen mir nur negative Antworten ein. So hörte ich immer auf, bevor ich es wirklich versucht hatte. Aber dadurch, dass ich mich von den Hochzeiten verabschiede, setze ich mir selbst die Pistole auf die Brust. Ein Jahr Zeit. Ein Jahr, dass ich nutzen möchte, damit alles funktioniert. 

Einen wirklichen Plan habe ich noch nicht. Nur eine grobe Idee. Eine Vorstellung. Ein Unternehmen, ein Shop, Produkte, die irgendwie nordisch sind. Naturverbunden. Still. Leise. Dinge, die ich erschaffen habe. Wandbilder. Poster. Postkarten. Keine Ahnung. Nur eine grobe Richtung. Und einen Namen, der all das beschreibt. Nein. Nicht der Name dieses Blog. Es ist ein anderer. Ein Name, den ich Dir an einem anderen Tag verraten werde. Wenn Du Lust hast und es Dich interessiert.